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Video: Imponieren oder informieren?

Wir nennen es Bullshit-Bingo: Wichtig klingende Phrasen, die imponieren statt informieren, nichtssagende Worthülsen um dem Gesprächspartner Kompetenz und Relevanz zu suggerieren. Christoph Moss im Interview (vielen Dank an die Kollegen von DATEV).

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Awareness bis zum Turnaround beim Bullshit Slam in Köln

Heute Abend können Sie Ihre Sprachperformance refreshen: Deutsch für Manager nimmt am ersten Kölner Bullshit Slam teil. Die einmalige Chance, die Awareness für den Turnaround nachhaltig zu pushen. Hier die Einladung:

http://bullshitslam.de/

„Soviel Blödsinn war nie! Das ist das Motto der Bullshit Slams. Autoren, Philosophen, Slammer und Überraschungsgäste treten gegeneinander an, um herauszufinden: Wer redet den größten Bullshit von allen? Bullshit ist Gerede, bei dem der Sprecher sich nicht um Wahrheit oder Lüge schert. Hauptsache, er kann die Zuhörer um den Finger wickeln. Die Teilnehmer imitieren das inhaltslose Geschwurbel von Managern, Werbern, Gesundheitsaposteln, Esoterikern und anderen – und treiben es auf die Spitze. Sie präsentieren revolutionäre Therapien, neue Führungsmethoden, hohle Managementphrasen, Verschwörungstheorien und bahnbrechende Erfindungen. In der Regel sind 6 bis 8 Slammer pro Abend am Start, jeder hat 9 Minuten Zeit, heiße Luft zu reden, am Ende kürt das Publikum den Meister-Bullshitter.

Der Bullshit Slam ist der kleine dreckige Bruder des Science Slams, bei dem Studierende und Nachwuchswissenschaftler ihre Forschungsarbeiten möglichst unterhaltsam auf die Bühne bringen. Auch der Bullshit Slam verfolgt am Ende ein aufklärerisches Ziel, nur mit anderen Mitteln.“

Der WDR überträgt übrigens live und in Farbe im Stream bei Quarkd & Co. Start: 20.15 Uhr.

http://www1.wdr.de/fernsehen/wissen/quarks/extra/bullshitslam102.html

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9. November 1989: Sofort, unverzüglich (und nicht zeitnah)

Können Sie sich noch an die berühmte Pressekonferenz des DDR-Politikers Günter Schabowski erinnern? Am 9. November 1989 trat er in Ost-Berlin vor die Journalisten. Er referierte langsam und monoton. Dann begann er irgendwann zu stammeln und sagte: „Das tritt nach meiner Kenntnis . . . ist das sofort, unverzüglich.“ Gemeint war die Öffnung der Grenzen. Eine historische Pressekonferenz, weil sie faktisch das Ende der deutschen Teilung bedeutete. Und nun stellen wir uns vor, er hätte nicht gesagt: „Sofort“ oder „unverzüglich“. Stellen wir uns vor, er hätte „zeitnah“ gesagt. Wie gut, dass er diese Vokabel nicht kannte. Zeitnah wäre die Lösung für alle Probleme des DDR-Regimes gewesen. Zumindest an jenem Abend des 9. November. Und wahrscheinlich wären die Grenze nicht sofort, sondern erst zeitnah geöffnet worden, was immer das auch hätte heißen mögen.

Zeitnah bewegt sich auf dem Niveau von alles oder nichts. Sofort oder später. Irgendwann oder nie. Dieses Wort ist so wunderbar nichtssagend, dass es nicht einmal einen Begriff mit gegenteiliger Bedeutung gibt. Zeitfern ist jedenfalls bisher noch nicht in den aktiven Manager-Wortschatz übergegangen.

Anders übrigens als das Zeitfenster oder der Zeithorizont. Auch der unvermeidliche Zeitdruck ist fest etabliert und ebenso das Zeitpolster. Wie wichtig Zeit im Leben eines Managers ist, sehen wir schon an der Vielzahl der Zeit-Begriffe. Zeit ist kritisch, und deshalb gibt es auch das Wort zeitkritisch.

Der Chef eines großen Unternehmens sprach einmal bei einer Veranstaltung für Nachwuchsmanager von den Zeiträubern. Damit meinte er Aufgaben, Einflüsse, Nebensächlichkeiten, die ihn, den Manager, von den wichtigen Dingen des Tages abhielten. Sie stahlen ihm die Zeit, sie raubten eines seiner wichtigsten Güter.

Denn Zeit ist auch Ausdruck von Dynamik. Alles beginnt und endet irgendwann. Und der Abschnitt zwischen Anfang und Ende ist die Zeit. Je mehr Zeit wir in eine Aufgabe investieren, desto weniger Zeit haben wir für anderes übrig. Zu diesem Zeitpunkt ist also Zeitmanagement gefragt.

Denn Zeit ist auch Ausdruck für eine Epoche, eine Generation. „Mit der Zeit gehen“ heißt in diesem Sinne, sich dem Zeitgeist anpassen. Stets modern sein.

„Wir gehen mit der Zeit“ heißt, wir sind auf der „Höhe der Zeit“. Wir liegen vorn. Wir treiben die Dinge voran. Wir behaupten uns im Wettbewerb um Kunden und Märkte. Was nach Sonntagsrede klingt, ist im Kern einer der wichtigsten Ansprüche an die Arbeit eines Managers. Denn sonst greift eine andere, leider oftmals zutreffende Regel: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

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